„Aus dem Bauch heraus“ habe ich mir gedacht, kurz bevor ich angefangen habe diesen Artikel zu schreiben. Er liegt schon zig mal angebrochen in meinen Notizen, zur Hälfte geschrieben und immer wieder verworfen. Zu viel Wut. Das kannst du so nicht schreiben, habe ich mir gesagt. Ein innerer Konflikt, der damit endet, dass ich es so sagen muss, um mich selbst nicht zu verraten. Ich habe ja versprochen immer authentisch zu sein. Es geht um Nichts, was ich nicht vielleicht schon mal gesagt hätte, aber ich glaube es wird Zeit noch deutlicher zu werden. Jeden Tag erreichen mich privat, beruflich und nebenberuflich Abgabemeldungen von Hunden und Hilferufe. Es ist dringend, ist es immer. Traurige Schicksale, Bissverletzungen, Missverständnisse, Tränen, Hass und Liebe.

Liebe die so tiefgehend ist wie der Splitter in der Haut, für den du nicht mal eine Pinzette brauchst um ihn herauszuholen und wegzuschnipsen.

Liebe, die einem Handel gleicht, die nur leben darf und kann, wenn beide Parteien ihre Pflichten erfüllen. Es werden immer mehr und mehr Hunde die nichts von unserem Liebeshandel wissen wollen und immer weniger Menschen, die zu feige und faul sind stehen zu bleiben, wenn ein Sturm aufzieht. Die sich selbst helfen wollen und dabei einfach Ballast abwerfen und in Selbstmitleid ertrinken. Die erkennen, dass der Tierschutz für die Tiere da ist und uns alle etwas angeht. Ich könnte kotzen, wenn ich die Kommentare unter Hundevermittlungen lese. Ich habe es lange nicht getan, damit ich nicht ausraste. Kürzlich war ich involviert und habe hier unabhängig ein kleines „best of“ zusammen gestellt. Darunter finden sich meine kurz gehaltenen Kommentare zu den Kommentaren.

Der Fall:

Hund beißt Kind ins Gesicht, Tierheime voll, überall – Familie verzweifelt (kommt öfter vor):

„Oh der Arme Schatz, was für ein Besitzer, töten muss man den, ich hatte damals das selbe Problem, aber man muss den Hund auch erziehen “

⁃ Man, halt die Fresse. Ja, vielleicht ist der Vorbesitzer ein Vollspast, vielleicht bist du es aber auch. Denn deine selbstbildpolierende Aussage ist kein Tierschutz, sondern nervig. Und hilft niemandem, außer dir selbst. Tut mir leid, meine Wortwahl ist sehr Elena 2018, was soll ich machen. Es regt mich auf.

„Wie kann man nur so sein, ich könnte nie meinen Hund weggeben (Foto)“

⁃ Why? Vorwurf, Lüge, Uninteressant. Was hilft es dem Hund, der ein Zuhause sucht, dass du hier ein Foto von deinem Hund postest? Es gibt doch Gruppen in denen man seine Hunde feiern kann und Leute die sich freuen oder die eigene Chronik, aber es ist doch unter so einem Post vollkommen fehl am Platz. Und dass du deinen Hund nicht weggibst ist selbstverständlich, in den Himmel kommst du dafür jetzt nicht.

„Der Hund hat einem Kind ins Gesicht gebissen? Aber unter der richtigen Führung passiert sowas nicht. Das sind tolle Familienhunde“

⁃ Wow, wow.. Ja, okay. Ein wirklich toller Familienhund, eine wirklich professionelle und fachliche Einschätzung – auf Distanz, quasi aus der Glaskugel heraus direkt ins Internet. Please stop it.

„Mein Hund hat auch schon mehrmals gebissen, kein Grund den Hund abzugeben. Im Gegenteil, man muss sich der Herausforderung stellen“

⁃ Eine Heldin! Dann stelle dich doch der Herausforderung und adoptiere diesen familienfreundlichen Hund, als Zweithund. Wobei..

„Hätte ich nicht schon meinen Hund, dann würde ich den nehmen. Nicht der Hund ist das böse Wesen, sondern der Mensch“

⁃ Ja, man. Du bist z.B. ein böses Wesen, dieser Kommentar ist so sinnvoll, wie Schokokuchen bei einer Diät. Wobei der Vergleich fast zu gut ist, für solche Aussagen. Das hilft niemandem! Niemandem!

„Der Hunde wurde versaut, es liegt alles an der Erziehung, wie verrückt muss eine Familie sein, dass der Hund so wurde?“

Wisst ihr was ich mich frage, wie verrückt ihr alle eigentlich seid. Ihr habt keinen blassen Schimmer, keine leise Ahnung, in meinen Augen kein Mitspracherecht. Eure Unwissenheit, die kotzt mich so an.

Ihr helft niemanden, ihr macht die Sache bloß viel schwerer, als sie es eh schon ist. Wenn Menschen grausame Wesen sind, was ist dann mit all den Leuten die trotz eurer Stumpfheit nicht aufgeben, all den Menschen, die längst den Mund halten, weil sie die Oberfläche nicht mehr ertragen? Wer seid ihr überhaupt?Ihr generiert Unwissen! Wenn ich noch ein mal das Wort Kampfschmuser lese, muss ich kotzen! Oder „kinderfreundliche Hunde“, „wenn man sie richtig erzieht“. Ja, es gibt nette Hunde, aber lasst die Hunde verdammt noch mal Hunde sein. Und wer meint es wäre alles nur eine Frage der Erziehung und mit zehn süßen Facebookbildern kriegt man alles wieder hin, der darf sich gerne einen Hund bei mir abholen und ihn erziehen. Aber ruf mich bloß nicht an, wenn es weh tut! Oder doch, ruf an, dann erkläre ich dir noch mal in Ruhe, wer das böse Wesen ist, ok? Denn das vergisst sich so schnell, wenn man plötzlich in der Geschichte mitspielt und nicht mehr nur Popcornfressend dumme Kommentare vom Stapel lässt.

“Kein Hund beißt ohne Grund”

Das stimmt. Und wenn einer seine Stimme für einen Köter einsetzt, bin ich die Erste. Aber nicht um das Verhalten auf andere zu schieben oder zu entschuldigen, sondern um mal die Kirche im Dorf zu lassen. Hunde sind nicht eure Ehemänner, die euch vor Jahren verlassen haben oder Kinder, die ihr nie haben werdet. Sie sind auch keine Dinge, die immer funktionieren, wenn man nur die Bedienungsanleitung richtig liest und befolgt. Es läuft so vieles so unfassbar verkehrt. Haltet euch raus aus Themen, von denen ihr nichts wisst. Mir egal, was ihr beim 10. alte Männer ohne Hobbies, aber mit Schäferhund oder Hausfrauentreff besprecht, aber tragt dieses Halbwissen nicht in die Welt. Erzählt es niemandem, der es vielleicht glaubt. Lasst uns doch unsere Arbeit machen, meine Güte. Denn wisst ihr, wer am Ende den Hund versorgt, wenn die Erziehung nichts genützt hat? Wenn der Held doch nicht “niemals” den Hund weggeben würde? Das seid nicht ihr und das werdet ihr auch niemals sein, denn egal wie, wer, wo verkackt hat, mein Fokus liegt darauf die Zukunft zu schaffen. Die Hand zu reichen, kurz bevor alles zusammenbricht und Dreck wegzuräumen, der nicht mein eigener ist. Tag für Tag. Das ist nicht schön, das macht müde und ist unfair, aber so ist es nun mal. Und nein, dafür kriegt man nichts zurück, außer noch mehr Dreck und ab und zu einen netten Kommentar bei Facebook, aber der Preis ist höher als alles, was erstattet werden könnte. Es ist Idealismus und Herzblut.

Aber wisst ihr wer wirklich schlimm ist? Die ganzen vermeintlichen Retter. Die den armen Kampfschmusern und Fellnasen helfen wollen, dem Märchen des geheiligten Wesens Glauben schenken und es dann 2 Wochen später mit Bisswunde wieder zurück bringen. Online sind alle so Tierschutz und im real life platzen die Tierheime aus allen Nähten, da häufen sich die verhaltensauffälligen Hunde wie der Plastikabfall in unseren Meeren. Daran ist jeder Schuld, während es niemand gewesen sein möchte.

Wir haben so viele Probleme, jeder kann auf jeden mit dem Finger zeigen / es bringt nur nichts. Auch, dass ich mich so aufrege bringt nichts, außer ein paar Leute die mir gleich genau das vorwerfen werden. Es ist zum Glück mein Blog und ich kann sagen, was ich will. Ich würde es zumindest nicht in viele kleine Facebookkommentare verpacken und andere damit nerven. Traurig ist, dass es alles auf Kosten der Hunde geht. Lange Zeit habe ich viel darüber hinweg geblickt, es nicht mehr wirklich zur Kenntnis genommen, bis ich vor kurzem einen Vermittlungstext für einen Hund schrieb, der mir sehr am Herzen liegt. Ein Kollege bat mir an, den Hund über sein Netzwerk zu teilen, um mehr Menschen zu erreichen. Wunderbar, Hand in Hand – das ist Tierschutz. Den Hund kenne ich über Monate, mein Goldjunge, der sich mit seinen schlecht kupierten Ohren irgendwie in mein Herz gebohrt hat. Ich weiß, dass er gefährlich sein kann, so wie ich noch genau weiß, wie er in meinem Arm eingeschlafen ist. Wie gut wir uns verstanden haben, der Moment als ich ihn einfach nur gehalten haben und er endlich ruhig schlafen konnte. Ich habe noch nie einen Hund schön geredet, um ihn besser vermitteln zu können. Noch nie. Ich rede auch meine eigenen nicht schön. Sie sind keine armen Seelen und wenn dann nur aus dem Grund, dass keiner sich die Mühe macht ihre Sprache zu sprechen.

Einen Vermittlungstext kann man niemals allen recht machen. Zu nett, zu gemein, alles gelogen, braucht nur Erziehung. Bla.

Und wir sind wieder beim Thema, woher kommen plötzlich all diese Hundekenner und Profis? Die Menschen, die meinem Hund eine Unvermittelbarkeit andichteten, weil er so schrecklich sei? Sie hätten ihn doch schließlich im Training gehabt, er war doch so toll auf dem Hundeplatz. Jaja, er lief nach zehn Wochen schon ohne Maulkorb und „PLÖTZLICH“ lief es nicht mehr. Auf ein Mal kennen ihn alle, haben alle was gehört, hat jeder Recht. Mich kennen auch alle, mein Name steht unter dem Text, aber im realen Leben da ruft dann keiner an und sagt, was er zu sagen hat. Da hat keiner eine Antwort auf Fragen, die ich zu fragen haben. Da waren nämlich außerhalb vom Platz Themen, die sich nur jemand erklären kann, der sich Mühe gibt die Hunde zu verstehen. Jemand, der verstehen will und nicht überheblich dem Hund einen Schuh der Unvermittelbarkeit anzieht, aus der eigenen Inkompetenz heraus. Hundemenschen sind für mich Personen, die wissen, dass sie längst nicht alles wissen.

Wir mussten diesen Post löschen, weil der Shitstorm größer wurde, als die Hilfe für den Hund jemals war.

Morgens stand ich wie gewohnt auf und ging zur Arbeit. Knapp sechzig Hunde die wohl „unvermittelbar“ wären, wenn es nach den Profis ginge, die keine Profis sind. Fellnäschen, die gut erzogen sind und trotzdem beißen, Kampfschmuser, die ihren Maulkorb nicht tragen wegen Auflagen oder dummen Listen, sondern aus einer Verantwortung heraus. Nanny Dogs, die ausschließlich als Nanny in einem Horror Film tauglich wären. Kleine süße Auslandshunde, die keinen Bock auf Menschen haben und nicht mal wissen, wie man Angst schreibt. Was sie brauchen ist kein Mitleid, kein dummer Kommentar bei Facebook. Sie brauchen Menschen die Verantwortung tragen, Menschen die ihren Tag nicht damit verschwenden Kindern die Schuld dafür zu geben, dass ein Hund ihre Nase abgebissen hat. Menschen, die das zu verhindern wissen.

Menschen, die damit leben können, mit einem Hund zu leben, der ist wie er ist. Der beißt, nervt, dreckig ist, stinkt, scheiße baut, nicht zuhört, einen Menschen, der es trotzdem niedlich findet wie die Ohren wackeln, wenn er so verrückt in den Zaun beißt. Manchmal ist es gefährlich, mal tut es weh, mal ist es schön und niemals einfach, aber es lohnt sich, wenn man es wirklich will.

Es sind die kleinen Dinge, die kleinen Schritte, es kostet so viel Zeit. Man muss so viel überhören und gleichzeitig genau zuhören. Man lernt so viel über sich selbst und muss ertragen mindestens genau so viel über unsere Gesellschaft zu lernen. Den Post haben wir wieder gelöscht, der Hund hat ein Zuhause gefunden. Und eigentlich hatte er das schon längst , nämlich bei mir. Zumindest in meinem Herzen und auch wenn ich leider nicht genug Platz oder ausreichend finanzielle Mittel habe, ihm ein für – immer Dach über dem Kopf zu geben, so wird er sich für immer auf meine Stimme verlassen können und darauf, dass ich da bin, wenn es brennt. Dass ich ihn nachhause hole, wenn es nicht funktioniert.

Wenn wir doch alle Schuld daran sind, dass die Hunde so geworden sind, dann müssen wir es jetzt wohl auch ausbaden.

Ich bestreite nicht, dass einige Hunde gefährlich sind, das sie bewiesen haben, das sie keine Rücksicht auf Verluste nehmen – aber das tun die Menschen doch auch nicht, wenn sie von jedem Hund erwarten Etwas zu sein, was er nicht sein kann und nichts mehr ertragen. Wenn dumm rumgeschwatzt wird und Sandy der Mandy erzählt, dass jeder Hund nur Liebe braucht und Mandy dann den Hund aufnimmt, der gebissen hat und Sandy dann den Maulkorb abnimmt, weil Hunde die geliebt werden , keinen Maulkorb brauchen. Und Mandy dann vor mir steht und sagt es ist schon wieder passiert. Wir sollten weniger erschrocken über das unberechenbare und düstere Verhalten der Hunde sein und mehr über unser eigenes. Unsere Unfähigkeit für Konflikte (Danke Kaddi). Die Unfähigkeit Dinge zu reparieren, zu ertragen und sich mal wieder ehrlich im Spiegel anzuschauen ohne die Augen zuzukneifen. Ich weiß wie schwer es sein kann, wie ungerecht und scheiße. Und genau deswegen weiß ich auch, dass es trotzdem möglich ist.

Ich wäre für weniger dumme Kommentare und Selbstüberschätzung. Für mehr Standhaftigkeit und wahre Worte. Für mehr Bedingungslosigkeit und weniger Oberfläche, für mehr Menschen, die, die Augen auf machen. Auch wenn nicht alles was man sieht, wenn man genauer hinschaut, sehenswert ist.

21 Replies to “Shitstorm I

  1. Du sprichst mir aus der Seele … klasse Artikel … besser kann man es nicht in Worte fassen … wie gut das ich in dem auf offener See treibenden, manchmal stürmischen, manchmal sehr ruhigen Boot 🚣‍♂️ nicht alleine sitze … Danke 🙏

  2. Hallo Elena,

    hab Deinen Artikel gelesen wie ein nickender Wackeldackel bei einer Fahrt über Kopfsteinpflaster. Empfinde wie Du. Und mag Hunde. Sehr sogar. Eben weil sie nämlich keine oberflächlichen, Glitzerstaub furzenden – Hab mich Lieb – Fellnäschen sind.

    Zerbreche mir seit Jahr und Tag den Kopf, warum die Leutz so ticken, so einen Unsinn verzapfen und somit nicht nur Hunde, sondern auch Menschen ins Ungück schicken.

    Hier die Kurzfassung meiner Theorie:
    Das ist so ein zutiefst menschliches Bedürfnis, diese Sehnsucht nach allumfassenden, tiefen und vor Allem immerwährenden Gefühlen der Zuneigung..
    Wenn ein Hund sein Bedürfnis nach Nähe, Körperkontakt, meinetwegen auch Zärtlichkeit zeigt (und das tun die sehr deutlich) dann will Mensch diesen Moment konservieren, haltbar machen für die Ewigkeit.
    Er formt daraus eine die Beziehung zum Hund umfassende Blase, die quasi als Headline, Leitsatz für die ganze Dauer der Beziehung und darüber Hinaus, als Motiv für jegliche Handlung des Hundes herhalten muss.
    Statt den Moment zu genießen, den Augenblick auszukosten wird daraus ein romantisch verklärtes ” Für Immer/ Dankbar / Liebe “-Geschwurbel konstruiert.
    Während Fiffy, nachdem er sein aktuelles Bedürfnis gestillt hat sich bereits nach nem geeigneten Mobbing Opfer umguggt, oder nach ner Hündin die er besteigen kann, nem Hasen dem er hinnerher könnt oder nem Knochen den er verteidigen kann, also mit dem Thema “Nähe” bereits wieder durch ist und sich den anderen angenehmen Dingen des Lebens widmen will, schaut Mensch noch mit Tränenumflortem Blick und zutiefst gerührt gen Himmel und glaubt, SEIN Bedürfnis nach “Für Immer” sei nun befriedigt.
    Ordentlich Puderzucker und Feenstaub über das Mensch-Hund Gespann, dass wird schon.
    Sich mit dem Thema Hund generell auseinander setzen, am End gar was lernen, sich den Kandidaten am anderen Ende der Leine mal richtig, ohne seine eigene innere Leere in den Fokus zu stellen, anzuschauen is nich…WEIL die ganz hinten in ihren Köpfen, da wo noch was richtig tickt wissen, dass diese Idee, das Bild von Lassie und Timmi in Dauerharmonie und geradezu magischen Gleichklang zwischen Mensch und Hund nur Fiktion ist. Ein hübsches Märchen.

    Da aber ein Hund einem weder in menschlicher Sprache die Meinung geigen kann, noch seinen Zwangsmenschen verlassen, ist es halt relativ simpel diese Selbsttäuschung aufrecht zu erhalten. Erstmal.
    Bis Fiffy seine 42 kleinen Helferlein einsetzt um sich Gehör zu verschaffen.

    Im Grunde sinds oberflächliche Egofucker, stinkenfaul und unfähig sich der Realität, Konflikten, Herausforderungen, Niederlagen, usw. zu stellen.
    Ohne die Fähigkeit zur Reflektion. Und ohne die Einsicht, dass sie ein lebendiges, fühlendes Wesen rücksichtslos benutzen um ihre eigenen, menschlichen Bedürfnisse zu stillen. Warum nehmen die dafür eigentlich keinen anderen Zweibeiner her und versuchens mal innerartlich?

    1. Ich habe einen Bericht über diesen Blog in der Mensch-Hund-Zeitung beim Friseur gefunden.
      Seitdem lese ich mit. Und freue mich, dass ich offenbar doch nicht die einzige Person auf der Welt bin mit zwei verrückten Kötern, die nicht ins Klischee dieser Gesellschaft passen. Das hat mich doch sehr entspannt. @Elena: vielen Dank dafür.

      Ich finde es gut und richtig, was hier gesagt wird. ABER: nicht jeder Mensch ist überhaupt in der Lage so selbstreflektierend zu denken. Manche Ausbrüche empfinde ich daher etwas anmaßend. Denn ich glaube, dass genau diese Menschen es eben auch nicht differenzieren können, dass es die Meinung des Verfassers ist. Der ja genau das gleiche Recht hat, seine Meinung zu äußern wie alle anderen auch. Und dass man sie sich anhören, akzeptieren, aber nicht teilen müssen sollte.

      Ich wünsche allen schöne, entspannte Weihnachten und wenig Geknalle da wo ihr mit den Hunden unterwegs seid….

      Sylvie

  3. Danke für Deine wahren und amüsanten Texte. Bin mit Samson unterwegs, der nur dann Probleme macht, wenn er nicht dass machen kann, was er möchte… selbst entscheiden zu welchem Hund er hin möchte und wen er verkloppen will. Ich unterbinde das und setze mich mit einem wütenden Rotti-Mix auseinander.
    Herrchen sagt: “die Szene in der Hundeschule ist gestellt. Wenn ich rufe kommt er und wenn ich ihn an der Leine vorbei ziehe ist der Feind in einer Minute weg”.
    Ich wünschte manchmal, Hundeerziehung würde nur bei dem Menschen funktionieren, der sich das erarbeitet hat… und trotzdem weiß ich, dass es für den Hund besser ist, dass es nicht so ist. Es wäre aber anders weniger frustrierend.

  4. Liebe Elena, Deinen Blog lese ich gerade mit großem Interesse. In vielen Dingen kann ich absolut zustimmen, ich konzentriere Deine Kernaussage aber auf diese beiden Sätze, denn sie drücken im Grunde alles aus, was wichtig wäre, dazu zu sagen (schreiben): “Sie brauchen Menschen die Verantwortung tragen, Menschen die ihren Tag nicht damit verschwenden Kindern die Schuld dafür zu geben, dass ein Hund ihre Nase abgebissen hat. Menschen, die das zu verhindern wissen.”

    Das trifft einen Teil der Problematik. Danke.

    LG
    Sabine

  5. Liebe Sabine,
    Genau das sehe ich auch so …
    das ist das wichtigste überhaupt …
    aber ich muss auch ehrlich sagen, das ist alles wirklich nicht so einfach …
    Ich lebe selbst in einem Haushalt mit 2 Jugendlichen (14 und 17) und einem blinden, gerne zu Übertreibungen neigendem, Rüden. Hab mir das alles anders vorgestellt …
    jetzt wachse ich mit meinen Aufgaben.

    LG Carmen

  6. Liebe Elena,
    viele Menschen sind einfach ein Irrtum der Natur. Sie sind schon scheiße ohne Hund und mit Hund . . . oft gar nicht mehr zu ertragen mit ihrer Selbstgerechtigkeit, mit deren Hilfe sie ihr Unvermögen, Verantwortung zu übernehmen tarnen wollen.
    Mensch und Hund passen nämlich in den seltensten Fällen richtig gut zusammen.
    Denn nur, wer sich selbst gut einschätzen und verwalten kann, kann auch so etwas wie einen Hund händeln. Aber das wollen die meisten Menschen doch gar nicht, das ist anstrengend, nagt manchmal am Selbtbild und hinderliche Glaubenssätze helfen ja auch so prima dabei, die Augen vor der Realität zu verschließen. Die eingeneb Überzeugungen gilt es zu verteidigen und zwar bis aufs Messer.
    Und genau das disqualifiziert Menschen für die Hundehaltung, die ihnen allerdings leider niemand verbieten kann.
    Aber warum ist das so und was kann man tun?
    Ich schreibe gerade an einem Buch, in dem ich Menschen unter Nennung nachvollziehbarer und auch wissenschaftlich beweisbarer Gründe auffordere, sich VOR der Anschaffung erst einmal mit sich selbst auseinander zu setzen, mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen sowie den sich dahinter verbergenden Glaubenssätzen.
    Danach bitte ich die Leser, sich einmal mit Rassebeschreibungen und/oder Vermittlungstexten zu beschäftigen und sich die kontextfreien Adjektive darin einmal auf der Zunge zergehen zu lassen, und dann zu schauen, was dann von den schönen Implikationen darin übrig bleibt.
    Schauen wir mal, ob sich ein Verlag findet, der dieses Werk drucken mag . . .

      1. Dir ist schon klar Elena, dass der Text von Sigi auch dich und deine Vergangenheit ansprechen könnte?

        Ich meine, du hättest BEVOR du dir Cosmo zugelegt hast, erstmal um dich (im Form von einer Therapie) kümmern müssen nach diesen traumatischen Erlebnissen mit deinem Freund als du 18 warst.
        Nein, stattdessen wird sich ein Hund angeschafft, der dich eigentlich beschützen soll, wählst aber den schwächsten aus dem Wurf (Identifikation, siehe Psychologie) und machst so ziemlich alles falsch was man falsch machen konnte. Das gestehst du anfangs ein, aber nach einigen Beiträgen schiebst du die Schuld nach und nach auf die Trainer. Und nun praktizierst du – obwohl es vor einiger Zeit hier noch Leitsätze gab, in dem man sich strikt gegen das “mit dem Zeigefinger auf jmd. zeigen” war, dasselbige.

        Versuche meinen Text bitte sachlich zu lesen – es ist meine persönliche Meinung in Form einer Reflexion.

        1. Das ist mir schon klar, Christian. Ich habe Fehler gemacht, so wie jeder andere Mensch Fehler macht.
          Ich war 18, Christian. Achtzehn.
          Das ist zehn Jahre her, Dinge ändern sich, Menschen ändern sich. Ich habe und hatte es nicht nötig, Schuld auf die Trainer zu schieben. Cosmo war Verhaltensgestört, ein Behinderter. Nicht einfach nur der Schwächste.

          Und es stimmt, die Leitsätze habe ich nicht ohne Grund gelöscht. Ich kann und möchte mich nicht daran halten, weil ich mich dafür zu sehr einschränken müsste, in dem was ich sage. Das wäre nicht authentisch.

          Deine persönliche Meinung ist ok, wieso sollte ich das nicht sachlich lesen?
          Liebe Grüße, Christian S. 😉

      2. Danke für Dein Interesse.
        Es gibt noch einiges zu tun an dem Buch.
        Aber wenn Du magst, schau doch mal auf FB unter „Leben verstehen“ (da sitzt ein Hund in einer Mondsichel und angelt)
        oder unter
        @selbstbeobachtungmithund
        Da findest Du einige Ausschnitte aus dem Buch gewinnst Du zumindest einen Eindruck von den Dingen, um die es mir geht.

        L. G.
        Sigi

        1. Unter anderem kommt bald das Kapitel “Hund als Chance”

          Und @Christian S.
          Ich verstehe, um was es Dir geht.
          Du glaubst gar nicht wie oft und in welcher Weise ich in meinem damaligen Hundetrainerindasein angegriffen und beschimpf worden bin. Es war schier unglaublich, dokumentierte aber lediglich die Verzweiflung der Menschen, die eben noch nicht bereit waren für eine Veränderung. Diese Menschen habe gelitten, genauso wie ihr Hund. Und dann kam auch noch ich und kratzte zusätzlich an ihrem Weltbild und ihren Glaubenssätzen, die sie noch nicht loslassen könnten.
          Wenn es zu arg war – z. B. wenn mir auch Schläge angedroht wurden – habe ich die Damen und Herren eben vor die Tür gesetzt, ihnen aber dennoch das Angebot gemacht wiederkehren zu dürfen, wenn die Wut auf mich verflogen und die Erkenntnis Einzug gehalten haben sollten.
          Und siehe da, ca. die Hälfte dieser Menschen kam zurück, und es war ein Fest, mit ihnen und ihren Hunden zu arbeiten. Die Ergebnisse können sich noch heute sehen lassen, was mich unglaublich glücklich macht.
          Der Weg ist halt das Ziel.
          L. G.
          Sigi

          1. @Sigi

            Ich kann das nachvollziehen, dass wenn man sowas hinter sich hat, sich ein Tier anschaffen will, weil man das Gefühl entwickelt, nicht liebenswert zu sein. Ich verstehe auch, dass man aus Angst vor weiteren Übergriffen sich ein Hund zulegt, ebenso kann ich nachvollziehen, dass man den Hund überfürsorglich behandelt, weil man es sich innerlich selber gewünscht hätte so geliebt zu werden – bedingungslos.

            Auf der anderen Seite habe ich nun, wenn ich den Blog lese immer wieder den Eindruck, dass Menschen, die andere Ansichten haben (was ja nicht bedeutet, dass deren Ansichten falsch sind), an den Pranger gestellt werden – siehe “Lionel‘s Leinenruck und der verbogene Maulkorb” und “Hand in Hand”.

            Das kann ich nicht ganz nachvollziehen.

            – Interpretation –
            Es wirkt häufig so, als würde Elena über ihre eigenen Fehler aus der Vergangenheit nicht hinwegsehen können (Schuldgefühle) und anderen Menschen ihre Fehler aufzeigen, um ihren eigenes Selbstwertgefühl zu steigern.
            – Ende der Interpretation –

            Desweiteren frage ich mich, warum sie der Meinung ist etwas besser zu wissen, als jmd. der es schon seit 30 J. macht (s. “Lionel’s Leinenruck und der verbogene Maulkorb”)..?

            Gruß Christian

          2. Oh Gott, Christian S. aka. ein verkappter Grünschleifler.
            Es ist mein Blog, es sind meine Geschichten und ich sehe nicht über meine Fehler hinweg, ich habe aus ihnen gelernt. Und es geht hier nicht um besser wissen oder sonst was, nur weil jemand etwas dreißig Jahre macht, bedeutet es noch lange nicht, dass es keine totale Scheiße ist.
            Ich habe nichts gegen Positivler, aber ich habe auch kein Problem damit ihnen ans Bein zu pissen, wenn sie mir auf die Nerven gehen. Denn so wie ich sie in Ruhe lasse, erwarte ich Selbiges.
            Schau mal was du dir anmaßt, meinst, du hättest Einblick in mein Gefühlsleben, das von vor zehn Jahren und heute? Und dann erwartest du von mir Sachlichkeit. Reflektier dich mal selber, bevor du dein pseudo Psycho Scheiß an mir auslässt.

            „I am not what you think I am
            You are what you think I am“

            Trotzdem liebe Grüße und alles Gute, auch beruflich! 💋

  7. Stimmt, es ist dein Blog und wird auch deiner bleiben.
    Sowie meine Gedanken, auch meine bleiben.

    Zum Thema kein Einblick ins Gefühlsleben –

    Zitat:
    “Ich weiß was für ein Hitzkopf ich sein kann, ein Ruhepol, die gute Laune und die tiefste Depression. Undurchschaubar, heute der Teufel höchst persönlich und morgen immer noch der Teufel, aber als Britney Spears verkleidet.” – in “Ein Ziat von Jesus”

    desweiteren habe ich es als Interpretation gekennzeichnet.

    Was möchtest du damit genau sagen?

    “Lasst uns doch unsere Arbeit machen, meine Güte. Denn wisst ihr, wer am Ende den Hund versorgt, wenn die Erziehung nichts genützt hat? Wenn der Held doch nicht “niemals” den Hund weggeben würde? Das seid nicht ihr und das werdet ihr auch niemals sein, denn egal wie, wer, wo verkackt hat, mein Fokus liegt darauf die Zukunft zu schaffen. Die Hand zu reichen, kurz bevor alles zusammenbricht und Dreck wegzuräumen, der nicht mein eigener ist. Tag für Tag. Das ist nicht schön, das macht müde und ist unfair, aber so ist es nun mal. Und nein, dafür kriegt man nichts zurück, außer noch mehr Dreck und ab und zu einen netten Kommentar bei Facebook, aber der Preis ist höher als alles, was erstattet werden könnte. Es ist Idealismus und Herzblut.”

    Rhetorische Frage:

    Meinst du ich bekomme von irgendeinem Fahrgast ein Dankeschön oder vielleicht ein Bonbon, dafür dass ich sie von A nach B befördere? Es ist meine Arbeit – die mache ich oder nicht – aber ich erwarte keine Gegenleistung mit Ausnahme des Entgeldes für das Busticket.

    1. Naja, gehen dir die Fahrgäste denn regelmäßig auf den Sack und erzählen, dass sie seit dreißig Jahren einen anderen Weg fahren, der besser ist als deiner? Christian, was auch immer du möchtest – wir hatten unseren Plausch und ich bin froh,
      dich zu meiner Leserschaft zu zählen, denn so wie du schreibst, denke ich wir haben hier tatsächlich jemanden der sich besser fühlt, wenn er meint, anderen auf den Zahn zu fühlen.

      Liebste Grüße

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