Über uns

“Oh mein Gott, Ilva, Nein! Man!”

Moin, ich bin Elena Iva.

In meinem früheren Leben war ich Agenturmensch und habe Events geplant, bis ich beschloss meine Berufung zum Beruf zu machen. Heute lebe ich gemeinsam mit meiner tschechoslowakischen Wolfshündin Ilva, dem Dobermann Buri und dem amerikanischen Akita Putin im wunderschönen Ostholstein. Als gebürtige Hamburgerin hat es mich in den noch höheren Norden verschlagen, der raue Wind liegt mir. 2014 schaffte ich mir neben meiner Chihuahuahündin Cloé meinen Dobermann Cosmo an. Ohne es zu wissen, begann in diesem Moment die Reise in die Welt der verhaltensauffälligen Hunde. In einer Serie habe ich die Geschichte von Cosmo und mir dokumentiert.

Das Bild des Hundes in der Gesellschaft ist einseitig und in einem unfairen Muster verankert.

Wir verherrlichen den Hund so sehr, dass die Natur des Tieres plötzlich zu Fehlverhalten wird, dem auf die kuriosesten Weisen entgegen gewirkt wird. Der Hund darf nicht mehr Hund sein. Mein Herz schlägt für die Querulanten, die Nachts-Gassi-Geher und die Verurteilten. Für den Tierschutz. Ich bin für mehr Miteinander und Verständnis, zurück zum Ursprung und weg vom Einheitsbrei.

Ich möchte eine Lanze für all die ANDERSHUNDE brechen, die tagtäglich zu Unrecht ihre Privilegien in der Gesellschaft verspielen, weil sie sich wie Hunde benehmen oder aus der Reihe tanzen. Hinter jedem noch so drahtigen Maulkorb steckt ein Hund, der eine Geschichte mit sich bringt. Und ich finde es ist an der Zeit, sie zu erzählen.

“Einen Latte Macchiato mit Skinnymilk bitte, mein Name ist VOM Dreiburgenblick.”

Ilva hatte mehrere Vorbesitzer, diverse Jagderfolge, war wegen Sachbeschädigung angeklagt, hatte einen Hund schwer verletzt und galt als höchst unverträglich mit Artgenossen. Ihr Strafregister ist lang und somit fällt sie genau in mein Beuteschema.
Nachdem sie verstand, dass sie meine Chihuahuahündin von der Todesliste entfernen muss, wenn sie bei mir einziehen möchte, wurde sie zum wolf in the city und ich nahm sie mit nach Hamburg.
Bis zu Cloés Tod wuchsen die Beiden fest zusammen und aus Ilvas beliebter Beute wurde ihre beste Freundin. Ilva ist ein elfengleiches Wesen mit sehr, sehr, langen, spitzen Zähnen. Diese setzt sie gerne ein um Dinge zu zerstören, die mir wichtig sind.

Ihre menschlichen Fans liebt sie, solange sie sich ein wenig auf sie einlassen und keine unnötigen Diskussionen anfangen. Da hat sie nämlich keinen Bock drauf und wozu sollte sie sich damit stressen? Sie braucht am Ende des Tages nur sich, mein Bett und ich glaube mich mag sie mittlerweile auch ganz gerne. Ilvas Hundefreunde dürfen mit hundertprozentiger Loyalität rechnen, ihre Feinde hingegen mit 30kg Kampfgewicht und der Attitude eines Wildschweines.

Sie ist gezwungenermaßen passionierte Maulkorbträgerin und Jägerin aus Leidenschaft. Ob kleines Kind oder Huhn, ob am Himmel oder in der Hölle, sie sieht es und sie will es haben. Sie kann Türen und Fenster öffnen und ich bin sicher, zur Not springt sie auch durch die Scheibe oder zündet halt das ganze Haus an.
Wenn man erst mal in ihrem inner circle ist, kann man bei vollster Rückendeckung mit ihrer schonungslosen Ehrlichkeit rechnen.

”Ey Keule, glotz meine Frauen nicht so an oder ich breche dir deine Nase”

Buri. Wäre er ein Mensch, dann wäre er wohl der Türsteher, der wirklich keinen Ärger machen möchte und trotzdem direkt hysterisch wird, wenn mal was los ist. Wer legt sich auch schon mit einem großen, breit gebauten Typen an, der dich allein mit seinem Blick gegen die Wand klatschen kann? Buri ist Ilvas große Liebe. Der Typ, mit dem Herz am rechten Fleck, der allerdings ein bisschen Irre ist. Und so verliert Buri manchmal die Fassung und landete genau deswegen im Tierheim. Er wird schon mal grummelig, wenn er nicht genau weiß worum es geht und man ihm zu sehr auf die Pelle rückt. Ja, er kann wirklich unangenehm werden, vor allem mit dem Menschen (mir), der sich ihm in den Weg stellt, wenn er einen (dummen) Auftrag hat. Er darf der Türsteher bleiben, der er ist, aber das letzte Wort hier habe immer noch ich.

Seinen überdimensional großen Kopf knallt er gerne grazil auf jeden Schoß und kann so minutenlang verharren, bis er endlich seine Streicheleinheiten bekommt. Man kann ihn zwar wegschicken, darf sich dann aber nicht erschrecken, wenn man sich nach dreißig Minuten umdreht und er dort bewegungslos steht und traurig aus der Wäsche schaut. Hat er mich wirklich die ganze Zeit angestarrt? Ja. Hat er.

Dobermanntypisch passt er gut auf und das soll er auch.

Bekanntlich sind ja alle guten Dinge drei und ich bin sehr glücklich darüber, dass sich unsere Wege kreuzten. Wir können viel voneinander lernen und ich freue mich auf unseren gemeinsamen Weg.

Elena Iva Čujić