Der vierte Advent.

Ich stehe morgens auf und koche Kaffee, mache mir Gedanken was ich heute alles zu tun habe und ob die Antibiose für die beiden Jungs noch reicht und welchen Tierarzt ich über die Feiertage mit meinem Anliegen belästige. Die Spinner hatten sich nämlich vorgestern in den Plünnen, wegen irgendeinem Scheiß. Habe den Anfang verpasst und nur das jämmerliche Ende gesehen. Da sie beide aus Zucker sind, hatten sie natürlich jeweils ein bzw. mehrere Löcher. Netterweise stellte ich sie beim Tierarzt vor, weil sie es nicht tragen konnten wie Männer, sondern wie kleine weinerliche Mädchen. Ja, mein Herz blutet schwarze Tränen wenn den Kloppern was weh tut, aber ernsthaft.. 1. sieht es total unkoordiert und dumm aus, wenn sie sich prügeln und 2. klärt den Scheiß oder schweigt. Heimlich könnte ich heulen, wenn sie weinend und geknickt in der Ecke sitzen, weil sie einen Kratzer haben, aber wie gesagt – nur heimlich.

Wie das mit Rüden so ist, vor Allem solchen, die eigentlich kleine Mädchen sind, herrscht jetzt dicke Luft zwischen ihnen. Wenn ich dabei bin, reißen sie sich zusammen, aber ich sehe die Blicke und das staksige vorbeihuschen. Die langsam von links nach rechts schlagenden Ruten, so minimal, das man es nicht sehen müsste, wenn man es nicht besser wüsste.

Fehlt nur noch, dass einer auf den Boden rotzt, seine schmierige Gelfrisur nach hinten streicht und die Lederjacke zurecht zupft.

Mit meinem Kaffee, zwei Büchern und einer Wärmflasche ging ich heute morgen noch mal kurz zurück ins Bett. Idyllisch checkte ich die sozialen Netze, bis plötzlich düstere Geräusche meine Ruhe ins Wanken brachten. Von 0 auf 100. Entsetzt darüber, dass die Teenieboys alle Regeln brechen und sich in MEINER Wohnung, in meinem Wohnzimmer prügeln, stand ich auf. Bewaffnet mit einer Packung Rocher die schon vor mir in den Raum flog, musste ich feststellen, dass ich mich nicht verhört hatte.

Alles klar Jungs.

Das war’s.

Ich ließ sie freundlicherweise am Leben und brachte sie nicht direkt um, aber das was jetzt kommt ist schlimmer als der Tod:

Ich verbanne Buri und Akita offiziell aus dem Elfenclub. Kein einziges Privileg wird ihnen mehr zuteil, kein nettes Wort, kein netter Blick. Ihr wisst was mein Geheimnis ist, ich bin immer wütend und jetzt steht der Teufel, den ihr in eurem kindlichen Leichtsinn an die Wand gemalt habt, leibhaftig vor euch.

Kein Hund der Welt prügelt sich in meiner Wohnung. Keiner. Und auch nicht ihr hinterlistigen Ratten, immer wenn ich gerade nicht da bin, wie Feiglinge. Ich beendete den Disput mit einem lauten Knall und Gebrüll und legte die scheiß Köter nebeneinander ab, während ich die Scherben meines Lieblingsblumentopfes zusammenfegte. Jetzt tragen sie ihre Maulkörbe unter meinem Dach, immer und für immer (nicht, aber es klingt dramatischer)! Kein dummer Blick mehr, keine falsche Bewegung, kein lautes Atmen, Nichts. Ich bin weder überrascht noch überfordert, sind halt Hunde. Junge, dumme Rüden. Doch auch und vor Allem ein lederjackentragender Teeniejunge darf lernen, dass man besser nicht überall auf den Boden spuckt.

Und schon gar nicht auf meinen.

Jetzt schmoren die beiden Satansbraten beleidigt und zumindest emotional kastriert in ihren Ecken, während ich endlich in Ruhe meinen Kaffee trinken kann. Schade, dass sie mit ihren ungeschickten Klotzpfoten keinen Töpferkurs belegen können, sie schulden mir einen Blumentopf.

Die Moral von der Geschichte?

Jungs sind doof.

Möge Gott Gnade für die Beiden walten lassen, denn ich werde es nicht tun.

Ich wünsche euch allen einen schönen vierten Advent 🖤

2 Replies to “Keine Gnade

  1. Hier keine Hunde, dafür 2 Teeniesöhne. 15 und 17, gleich groß, gleich stark. Es gibt keine Löcher aber blaue Flecken und Beulen. Keinen Maulkorb, aber Stubenarrest im Zimmer. Denn richtig, die krasseste Lederjacke hier habe ich. Die Jungs ernten was sie sähen. In diesem Sinne, frohe Weihnachten. 🎄

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