Ich muss jetzt schon lachen. Das wird ein witziger Artikel, obwohl mir heute eigentlich gar nicht zum Lachen zumute ist. Doch im Laufe des Vormittages ereilte mich eine Facebooknachricht, nicht die Einzige ihrer Art, aber:

„Hallo Elena, schönes Profil. Ich glaube dass ein Mann keine Chance hat an deiner Seite…für dich gib es anscheinend nur deine lieben Hunde! Kann das sein? 😉

LG“

“Ey Hallo? Sehe ich so aus oder was?”

Eine bezeichnende Nachricht die mich dazu gebracht hat das Thema aufzugreifen und ein paar meiner vielen Gedanken dazu niederzuschreiben. Es kratzt an einer Oberfläche, an einer Einstellung und Denkweise. Ich sprach kürzlich mit einem guten Freund, der einen Job hat den er sehr liebt und eine Exfreundin, die das nicht wahrhaben wollte. Denn er muss oft am Wochenende arbeiten, auch Nachts, hat Einsätze die er nicht ablehnen kann und lebt mehr seine Berufung, als das er einen Beruf ausübt. Er hat einen Satz gesagt, der mir im Kopf geblieben ist und ins Schwarze traf:„Ich möchte niemanden an meiner Seite haben, der mir ständig aufzeigt was ich alles nicht machen kann, mich ständig für sein Unglück verantwortlich macht und eifersüchtig auf einen Beruf ist”. „Yes. Word.“, dachte ich mir. Eifersüchtig auf einen Beruf sein ist noch ungünstiger, als eifersüchtig auf einen Köter sein. Es ist unfair und gemein. Generell finde ich es schade, dass eine Beziehung für einige Menschen offenbar das grenzenlose Einmischen in das Leben des Anderen legitimiert.

„Dein Zeit beanspruchendes Glück ist scheiße, weil es deine Verfügbarkeit für mich reduziert.“ Man möchte dem Partner etwas nehmen, etwas ändern, nur für den eigenen Vorteil.

Als ich noch jünger war als jetzt, hatte ich bloß eine Chihuahuahündin, ich habe mir nie Gedanken um sowas machen müssen. Ich hatte zwar immer sehr beanspruchende Jobs, aber bis auf die Unterstellung, dass ich eine Alkoholkerin sei, weil ich ständig Sekt, Champagner und Wein auf Veranstaltungen trinke, gab es keine Diskussionen. Sie war im Übrigen auch wirklich sehr witzig. Der Typ war echt ein Spinner, würde es im Duden ein Bild für das Wort „Lauch“ geben, dann wäre es sein echt nicht schönes Gesicht. Meine Chihuahuahündin Cloé konnte überall mit hin, alleine bleiben, fiel nicht auf und doch war sie das auffallend Beste, was mir je passiert ist. Doch auch in dieser Zeit gab es schon hier und da mal Diskrepanzen mit meinem damaligen Freund. „Aber da dürfen keine Hunde mit“ – ja, dann geh alleine, du Lappen. Es ist nicht die Tatsache an sich, mal was ohne die Hunde zu unternehmen, sondern der Vorwurf im Unterton. Dann kam irgendwann Cosmo und jetzt dürft ihr alle laut lachen… Mein Freund liebte mich über alles (nicht) und Cosmo auch (doppelnicht) aber es wäre ja besser für mich (und by the way für ihn) wenn er nicht da wäre, also Cosmo natürlich. Ich kann sehr gut verstehen, dass ein Mensch der keinen Hang zu Psychodogs hat, auf so etwas keine Lust hat. Ich kann verstehen, dass selbst ein „normaler“ Hund nicht in das Bild eines Lebens passt, was einige Menschen sich zeichnen. Was mich wütend macht sind Menschen, die zu feige sind sich zu äußern. Unter dem Deckmantel der Liebe hat er versucht mein Leben seiner Wunschvorstellung anzupassen. Weil ich nicht so verfügbar war, wie er es gerne hätte. Weil der Hund an erster Stelle stand, weil man für diese Lebewesen nun mal Verantwortung trägt. Das alles liegt Lichtjahre zurück und weiß Gott, es ist völliger Unsinn, dass ein Mann keinen Platz an meiner Seite hätte, nur weil Buri da schon sitzt. Und Ilva. Und Akita. Und Mutter Teresa. Und die anderen Hunde dieser Welt.

In meinem Herzen ist Platz für euch alle.

(alle Dobermänner der Erde…)

Nun ist es so, dass ich mittlerweile keinen Chihuahua mehr habe, sondern drei sehr große Hunde. Tendenz steigend. Drei große Hunde, die sich nett ausgedrückt sehr wie Hunde benehmen, extrem viele hässliche Haare verlieren, also diese, die man auch wirklich auf jedem Kleidungsstück sieht und sehr viel Zeit kosten. Hunde, mit denen man Sonntags keinen normalen Spaziergang im Park machen kann. Also kann man schon, aber er weicht definitiv von jeder Fantasie ab, die man von einem Sonntagsspaziergang hat und man braucht Kraft und einen guten, schwarzen Humor. Und ich schreibe einen Blog, arbeite im Tierheim, habe ausschließlich Hundepläne für die Zukunft, kurzum: ich bin ein schlechter Maßstab.

Denn die meisten haben große Angst vor meinen Hunden und vor mir. Zu Recht. Und ich habe den Wahnsinn auch nicht gerade mit einem Teelöffel gegessen, sondern eher mit einer Kelle und den Rest aus der Schüssel habe ich auf Ex getrunken. Aber hier geht’s auch nicht explizit um mich, denn James Franco und ich werden bald heiraten.

Upsi, Spoiler.

Doch generell finde ich es schade, dass es manchmal sehr schwierig sein kann, Partner und Haustier unter ein Dach zu bringen. Und das Menschen sich mit Tieren Vergleichen. Wobei das auch ein bisschen witzig ist. Denn das Eine schließt doch das Andere nicht aus, Menschenskinders…

„Immer steht der Hund an erster Stelle“

Tja, das ist natürlich auch unfair. Der Hund könnte sich durchaus selber in die Tierklinik fahren oder sich einfach mal den Weg merken und zu Fuß gehen. Aber Schatz, weißt du was, ich habe eine andere Idee. Du kannst doch mit in die Klinik kommen, bestimmt bekommst du auch einen Keks mit Mettgeschmack vom Arzt! Danach darfst du dann auch mit zum Gassi gehen und damit du dich nicht benachteiligt fühlst, sammle ich auch deinen Kot mit einer kleinen Plastiktüte auf. Na, wie klingt das für dich? Ja und glaube mir, natürlich ist alles immer meine Entscheidung. Wenn ich die Wahl habe abends oder noch besser Nachts mit meinem Hund in die Tierklinik zu fahren, anstatt mit meinem Menschenfreund Pizzaessend auf dem Sofa zu liegen, ja klar, da fahre ich lieber in die Klinik. Münchhausen, Baby. Ich liebe es, wenn mein Köter krank ist. Das klingt abstrus und das ist es auch. Es ist überspitzt, aber ich hörte nicht erst ein mal von derartigen Diskussionen. Und man kann es auf so vieles ummünzen, ob Beruf, Hund, Hobby, Kinder.

In meinen Augen haben solche Probleme wenig mit Liebe zu tun. Meine Definition von Liebe und Beziehungen sieht etwas anders aus. Wenn ich mich dazu entscheide mein Leben mit einem Menschen zu teilen, dann spielt es keine Rolle ob ich zehn Hunde habe oder der andere 5 Nashörner und eine Vorliebe für Gartenzwerge.

Und ich schwöre ich hasse Gartenzwerge, sie sind gruselig und erwachen nachts zum Leben. Und wenn der dann nach Afrika muss, weil sein Nashorn ein Nashornbaby bekommt und ich Zuhause die scheiß Zwerge hüten muss und nebenbei aufpassen wie ein Schießhund, dass meine Hunde sie nicht fressen, dann ist es so. Dann wird mich das wenig bis gar nicht stören, weil es weder um die Nashörner noch die Zwerge geht, sondern einzig und alleine um den Menschen, für den ich mich mit all seinen Ecken und Kanten entschieden habe. Den Menschen den ich so sehr mag, dass ich sein Glück zu meinem mache – hier sind wir wieder bei Bedingungslosigkeit.

Hunde sind gute Lehrer was bedingungslose Liebe anbelangt und das erkennen des eigenen Egoismus, den man nur allzu gerne hinter einer Opferrolle versteckt.

Ich habe viel von den lieben Hunden an meiner Seite gelernt. Ich liebe sie wie nichts Gutes, denn sie sind nichts Gutes.

(Wortwitz)

Und ich würde keinen Mann/Menschen auf den Platz der Hunde stellen – sinngemäß nicht und auch so wäre es schlecht zu den drei Gebetsschwestern in die Boxen zu kriechen. Aber für mich gibt es mehr als meine Hunde, meine wunderbar wahnsinnigen Freunde, meine wirklich genetisch bedingt völlig insane Familie, diese ganzen verrückten Hundeleute da draußen – die Menschen, die hinter den Hunden stehen. Ich bin sicher, dass die Köter aus uns bessere Menschen machen, auch wenn sie manchmal unsere dunkelste Seite zum Vorschein bringen. Vielleicht gerade deswegen.

Wachstum bedeutet Grenzen zu erkennen, auch wenn’s manchmal weh tut sie zu finden. Doch Grenzen sind zum Rüberklettern da oder zum Schutz. Gute Grenzen macht aus, dass sie nur und genau dort sind, wo man sie haben möchte. Für die Freiheit zu sein, wer man sein möchte und von sich Fernzuhalten, was einem nicht gut tut.

Und so zu sein, wie man gerne sein möchte – das ist in unserer Zeit schon fast ein Akt der Rebellion – also bleibt euch treu!

Und euren Hunden und Gartenzwergen auch 😉 !

4 Replies to “James und meine Hochzeit! (Achtung – Spoiler)

  1. Wahre Worte, Hunde bzw. Tiere bleiben in meinem Leben, Menschen gehen ab und an.
    Mich gibt es auch nur mit Tier (aktuell Hund u Schildkröte9
    Mach weiter so😊

  2. ACHTUNG! DIESER TEXT KÖNNTE TRIGGER ENTHALTEN – LESEN AUF EIGENE VERANTWORTUNG

    Oktober 2006:
    Ich hatte gerade meine Arbeit durch Mobbing verloren, war dem Alkohol verfallen und beschloss mein Leben mit Alkohol und Tabletten zu beenden. Panik. Notruf. Krankenhaus. Meine Mutter holte mich ab, fragte jedoch nicht.

    Zwei Wochen nach meinem Suizidversuch fuhr ich dorthin, wo vor Kurzem noch die Wohngruppe wohnte mit der ich jahrelang in Kontakt stand. Es regnete aus Eimern. Der Regen prasselte auf das am bodenliegende Wellblechdach und dort sah ich sie, unter dem Wellblech kauernd. Schmusi! Eine Katze, die ich bereits von vorherigen Besuchen kannte. Einfach zurückgelassen. Ich nahm sie auf und von nun an waren wir ein Team.
    Ich verliebte mich schnell in ihre Ausstrahlung, ihr eingerissenes Ohr, ihr blutunterlaufenes Auge und ihren Raffzahn, welcher aus ihrem Maul lugte.
    Mein Leben begann wieder farbig zu werden und ich lernte meine Nachbarin näher kennen, die leider Gottes eine Katzenallergie hatte. Ich öffnete mich und erklärte ihr, warum Schmusi mir wichtiger ist als alles andere auf der Welt ist, dass ich seither den Alkohol verneine, da ich für sie verantwortlich bin und auch für mich Verantwortung übernehmen muss.
    Ein Mensch, der mich und Schmusi akzeptierte. Ein Mensch, der es in Kauf nahm, sich vorher Tabletten reinzupfeifen, um bei uns sein zu können.

    Es war schon recht creepy, wenn Schmusi mich und meine Freundin beim Akt der Liebe beobachtete
    – dieser “Raffzahn-ich-kratz-der-Bitch-die-Augen-aus”-Blick – ich werde ihn nie vergessen. XD

    Januar 2009
    Meine Freundin und ich waren inzwischen in zwei verschiedene Stadtteile gezogen, sie näher zu ihrem Freundeskreis und ich in ein ruhig gelegenes Haus zum Stadtrand.

    Ich weiß nicht wie alt sie gewesen ist, da ich es versäumte die Ringe in ihrem Schwanz zu zählen, aber ich schätzte sie auf etwa 14 Jahre. Das gemeinsame Silvester vor einer Woche sollte auch ihr letztes gewesen sein.

    Wenn es kommt – kommt es doppelt – und zwar ungünstig
    Irgendetwas stimmt nicht mit ihr. Es war ein Gefühl. Sie aß / trank, ging normal aufs Klo – aber..
    Ich rief mein Chef von der Zeitarbeit an – “Meiner Katze geht es nicht gut.. Ist es ok, wenn ich morgen Zuhause bleibe?” “Kein Thema, mach’ frei.” – Geiler Typ, Mensch mit Herz und das aus einer Zeitarbeitsfirma!
    (ich hatte bereits andere Erfahrungen bzgl. solcher Firmen gemacht)

    Am selben Tag, ein paar Stunden später:
    Mein Handy klingelt, meine Freundin ruft an.
    “Kannst du vorbei kommen, mir geht es nicht so gut..”
    “Ist ehrlich gesagt etwas schlecht, da es Schmusi nicht so gut geht..”
    “Meine Oma liegt im Krankenhaus, ihr geht es nicht so gut..”
    “Ich weiß nicht, ich glaube irgendwie, dass Schmusi heute Nacht sterben wird.”
    “Bitte!”

    Horror! Entscheidungen zu treffen, war noch nie meine Stärke und nun musste ich eine Emotionale treffen.
    Da war ein Mensch, den ich liebte und mich brauchte und ein Gefühl, dass etwas nicht stimmte.

    “Okay, ich komme gleich vorbei, sage nur kurz meiner Mutter Bescheid, dass sie sich bitte um Schmusi kümmern mag.”

    Also fuhr ich zu ihr und nächtigte dort. Am nächsten Morgen, meine Freundin war bereits aufgestanden,
    *düt – düt* – eine SMS. “Hier ist Post für dich und Schmusi ist gestorben.” Hat mir gerade wirklich so gefühlskalt meine Mutter mitgeteilt, dass Schmusi tot ist oder wahr das ein Alien? Das Telefon meiner Freundin klingelt – Gesprächsfetzen – “..schreib’ ihm das bloss nicht!”, in diesem Moment komme ich um die Ecke und meine nur: “Ich hab es schon gelesen.”

    >Es ist nicht wahr, solange ich es selbst nicht gesehen habe.das< verstanden.
    Ich weiß nicht, anscheinend wurde ich von einem Alien großgezogen, es würde zumindest meinen großen Kopf erklären, welcher mehr Ahnlichkeit hat mit einem Stoppschild als dessen was normalerweise anatomisch üblich ist.

    Wie ging es weiter?
    Trauer führte zu Wut, Wut zur Frage der Schuld, die ich mir und meiner Freundin dann gab.
    Wir trennten uns noch im selben Jahr.

    Im Nachhinein weiß ich, dass ich nicht die Fragen, die ich mir stellte, falsch beantwortete, sondern dass ich die falschen Fragen stellte.. Tja, hinterher ist man immer schlauer.

    Warum schreibe ich das? Das ist ein Hundeblog. Stimmt.
    Zum einen, weil ich finde, dass es nicht direkt die Hunde / Haustiere sind, welche gute Lehrer sind,
    sondern vielmehr die Liebe, die für sie empfunden wird.

    Scheiße! Das hätte ich in Auftrag geben sollen für Valentinstagskarten ($.$)!

    ..und zum anderen, weil ich mich für meine Interpretation, zu finden unter:

    https://www.anders-hund.de/shitstormteil1/

    entschuldigen möchte. Es steht mir einfach nicht zu, sowas zu interpretieren und vor allem auch nicht,
    weil sie diesen Zweck nicht erfüllen sollte, sondern Provokation.
    Und es ist doppelt unfair, wenn die Person nicht mal weiß, was sie vermeintlich falsch gemacht hat.

    Ich wurde durch das Lesen der Cosmo-Stories unheimlich getriggert – saß heulend vor meinem PC,
    dem Alkoholrückfall beträchtlich nahe. Ich wollte diese Gefühle nicht und so schmiss ich sie zurück,
    bevor ich sie im Alkohol ertrinken würde. Normalerweise gelingt mir die Affektregulation relativ gut.
    Diesmal leider nicht.

    Zum Verständnis kurz die Stichpunkte, die auch auf die Schmusi-Geschichte zutreffen:
    – irgendwas stimmt nicht (Bauchgefühl in deinem Text)
    – schwierige Lebensphase
    – Fehlentscheidungen
    – Vorahnung (bei dir der Traum)
    – gefühlskalte Menschen
    -…

    Wie gesagt, tut mir Leid, nächstes Mal gehe einfach pumpen und drehe die Musik bis zum Anschlag auf.

    Was gibt es noch zu sagen?

    "Denn die meisten haben große Angst vor meinen Hunden und vor mir."
    Jetzt weiß ich zumindest warum ich immer an Uma Thurman in Kill Bill Vol. 1+2 denken musste.

    Viel Erfolg und Kraft in allen Lebenslagen!

    Gruß
    Christian S.

    1. Als ich deinen Namen gelesen habe,
      dachte ich kurz „Oh Nein…“ und habe definitiv mit Etwas anderem gerechnet.
      Meine Erwartungshaltung wurde nich erfüllt.

      Danke, für deinen Kommentar, dass du deine Geschichte teilst und den guten Grund, für unsere letzte Diskussion. Ich habe Verständnis und finde es gut, dass wir “nochmal drüber sprechen”. Also, vielen Dank.

      Ich wünsche dir auch viel Erfolg und Kraft! Und mir, dass ich irgendwann mal aussehe wie Uma Thurman 😂 😋

      Liebste Grüße

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