Kürzlich wurde ich von einem Hund gebissen, mit dem ich eigentlich ganz gut befreundet war. Mein Vater meint in solchen Momenten immer die Bestätigung für das zu bekommen, was er mir seit Jahren predigt- bissige Hunde sollte/könnte man auch einfach erschießen. Er steht mit dieser Sicht der Dinge nicht allein, auch einer meiner Nachbarn tat mir letztens kund, dass Hunde die beißen eigentlich erschossen werden, zumindest wäre das doch der Normalfall. Ich musste ein bisschen lachen. Ich mag sowohl meinen Nachbarn, als auch meinen Vater. Nette alte Säcke, die an ebenso alten Mustern und Lösungen festhalten. Keiner von ihnen zieht eine Waffe oder zielt mit dem Gewehr, wenn ich mit meiner Armada der Beißkraft vorbei laufe, alle grüßen freundlich und letztens hat mir mein Nachbar sogar einen Apfel geschenkt, als ich krank war. Das war sehr niedlich. Ich freue mich immer noch ganz doll darüber. Wieso sollte ich den Herren ihre Einstellung verübeln? Sie haben genau so ihre Gründe wie Buri, wenn er mich angreift. Oder der Hund, der mich gebissen hat. Oder der Hund, der dich gebissen hat. Versteht mich an der Stelle nicht falsch, ich bin nicht wie Jesus einst so schön sagte:

„Widersteht nicht dem, der böse ist, sondern wenn dich jemand auf deine rechte Wange schlägt, so wende ihm auch die andere zu“ (Matthäus 5:39)

Ich würde einem Hund der mich beißt jetzt nicht zwingend noch meinen kleinen Finger durch den Maulkorb stecken, aber ich wollte schon immer mal ein Bibelzitat in meine Artikel einbauen. Was ich damit sagen will ist, dass ich es ohne Bedingungslosigkeit keine Sekunde mit meinen Hunden aushalten würde. Und das ich bei vielen Fragen die sich auf das Warum meiner Affinität für „diese Hunde“ beziehen, antworten auf viele Probleme in unserer Gesellschaft bekomme. Warum habe ich keinen normalen Hund, ist doch voll gefährlich, krasser Scheiß etc. Es mag gefährlich sein und der Scheiß ist auch oft krass, aber mir ist nie langweilig. Und ja man sieht mich nicht so oft durch den Park spazieren mit einem latte macchiato und freilaufenden Hunden, aber ich trinke auch eigentlich nur skinny latte und hänge ohnehin ungerne in Parks ab. Ich lernen jeden Tag dazu, ich führe manchmal sogar ein gähnend langweiliges Leben mit „diesen Hunden“.

Sonntags liegen alle rum und essen Pizza und Mittwochs tragen wir pink. An jedem 13. des Monats besuchen wir okkulte Messen und fahren danach gemeinsam ins Nagelstudio. Der ganz normale Alltag eben.

Es wird uns an allen Ecken und Kanten vermittelt, dass wir nur Dinge schön finden dürfen, die Perfekt sind. Nur Lieben, was passt und überhaupt, wenn er dich wirklich lieben würde, dann hätte er schon vor 2 Minuten auf deine Nachricht bei Whatsapp geantwortet, würde er dies nicht machen, würde sie jenes nicht sagen, blabla. Und wenn der Hund ein normaler Hund wäre, dann würde er auch nicht beißen, dafür gibt es außerdem Tierheime oder Ebay. Verrückt oder? Die Festgefahrenheit übertönt Gefühle und Emotionen, das Umfeld lenkt und einen eigenen Willen zu haben, wird vielen schon als Kind ausgetrieben. Ich finde es spannend und fürchterlich zugleich, was wir Menschen so für ungeschriebene und geschriebene Gesetze aufstellen, wenn es um Beziehungen, Freundschaft und Liebe geht. Oder das Leben an sich. Die unverzeihlichen Fehler, das „etwas Besseres“ was jeder immer verdient und man muss auch „mal“ an sich denken. Wir sind sehr voreilig damit geworden, Dinge, Menschen, Tiere und Situationen mit Stempeln zu versehen und eine der Kataloglösungen auszuwählen, bevor man unbequem um die Ecke denkt.

Bauchgefühl.

Im Laufe des Lebens verlernt man sich darauf zu verlassen und auch hier wird erwartet, dass die Entscheidungen die auf dem Gefühl basieren, immer einen positiven Ausgang haben, ansonsten wären sie falsch. Und nicht du entscheidest ob das falsch für dich ist, sondern es ist einfach so.„Sei doch mal vernünftig, siehst du, das passiert wenn man nicht nachdenkt“. Dabei ist das völliger Schwachsinn, in meinen Augen. Ich habe gelernt, dass mein Bauchgefühl eigentlich ausnahmslos richtig ist. Zu Menschen, Hunden, zu Allem.

Manchmal bedeutet das aber auch, von der Klippe zu springen ohne zu wissen, wie tief ich falle und wo genau ich aufkomme.Ungeschriebene und geschrieben Gesetze zu missachten und schneller zu sein als jene, die diese Gesetze hüten. Ich weiß was für ein Hitzkopf ich sein kann, ein Ruhepol, die gute Laune und die tiefste Depression. Undurchschaubar, heute der Teufel höchst persönlich und morgen immer noch der Teufel, aber als Britney Spears verkleidet.

Jeder Mensch ist unglaublich Facettenreich, wir entwickeln uns in gute und schlechte Richtungen, wir ändern täglich die Meinung und beharren woanders ein Leben lang auf den selben Standpunkt. Ich will gar nicht sagen, dass niemand perfekt ist. Aber wer oder was für dich perfekt ist, das entscheidest du selbst. Und wenn es dein kleiner blöder bissiger Cocker ist, der dich in einen Zwiespalt aus Liebe und „das geht doch nicht“ stellt, liebe ihn halt wie er ist. Mach’s einfach! Für mich ist Bedingungslosigkeit sehr wichtig. War sie schon immer, ich bin ein Freigeist und es gibt nichts Schlimmeres für mich, als in Ketten gelegt zu werden, sowohl im Knast als auch mental. Ich bin gerne für Menschen da, weil ich es möchte. Nicht, weil ich es sollte, sondern freiwillig. Ich leben mit dem Abfall des Tierschutzes zusammen und zwar aus freien Stücken. Und ich darf dazu Abfall sagen, weil ich es nicht mag, Dinge schön zu reden. Ich darf meinen Müll lieben und du deinen auch. Ich liebe sie bedingungslos und zwar vor Allem dafür, dass sie so sind, wie sie sind – in einer Welt, in der das „bloße Sein“ schon ein Akt der Rebellion ist. Vielleicht gerade deswegen.

Wir sind alle so unfassbar unangepasst.

Es ist nicht immer nur schön, ganz im Gegenteil. Aber es ist echt und was ist schon immer schön? Außer Buri. Buri ist immer schön.Man kann nicht alles vertuschen oder verschleiern und unbemerkt im Einheitsbrei ertränken. Und man kann nicht jeden Hund erschießen der beißt. Ich darf ja auch nicht jeden mit einer Steinschleuder abschießen, der sowas sagt. Ich find’s besser, wenn man ganz schnell wieder alles genau da hin stellt, wo man es so hastig versucht wegzuräumen. Da hat der Molosser mit Maulkorb genau so viel im Park verloren, wie zehn Chihuahuas. Und der breite Typ mit Glatze und Tattoos nimmt in seiner Freizeit nicht an Hundekämpfen teil, sondern sammelt Briefmarken. In einer Welt voller hirnloser Regeln und Weichzeichnern ist es wichtig, sich keinen Filter auflegen zu lassen. Von mir aus bei Instagram oder sonst wo, aber nicht im realen Leben. Nicht auf die Worte, Meinungen, Ansichten und den Glauben an Etwas. Ich finde es auch nicht geil gebissen zu werden oder das Menschen Tierschutzvereinen vorsitzen, die sich nicht um das Wohl der Tiere sorgen, sondern nur um ihr eigenes. Ich finde es nicht schön, dass Euthanasie unter den Teppich gekehrt wird und immer noch Hunde mit platten Nasen als niedlich gelten. Ich finde es nicht schön, dass es so oft nicht sein darf wie es ist, weil irgendwer sich auf den Schlips getreten fühlt. Und diese Menschen finden mich nicht schön, weder von Außen, noch meine ungemütliche Art. Aber damit kann ich gut leben, ich finde mich ja auch nicht immer schön, aber solange ich mir morgens im Spiegel in die Augen schauen kann, ist alles gut.

Bedingungslos zu sich selbst stehen, sich nicht beugen oder verbiegen lassen und es auch anderen zugestehen, so zu sein, wie sie sind – und vor Allem unseren Hunden!

4 Replies to “Ein Zitat von Jesus

  1. Ich kann vieles davon nachvollziehen, man merkt in der Art wie Du schreibst, aber auch das Du jung und ungestüm bist! Beides muss und soll aber auch kein Nachteil sein! Ich mag das, obwohl ich Dich nicht persönlich kenne, nur das von Dir geschriebene.

  2. “Und nicht du entscheidest ob das falsch für dich ist, sondern es ist einfach so.„Sei doch mal vernünftig, siehst du, das passiert wenn man nicht nachdenkt“. Dabei ist das völliger Schwachsinn, in meinen Augen. Ich habe gelernt, dass mein Bauchgefühl eigentlich ausnahmslos richtig ist. Zu Menschen, Hunden, zu Allem.

    Manchmal bedeutet das aber auch, von der Klippe zu springen ohne zu wissen, wie tief ich falle und wo genau ich aufkomme.Ungeschriebene und geschrieben Gesetze zu missachten und schneller zu sein als jene, die diese Gesetze hüten. Ich weiß was für ein Hitzkopf ich sein kann, ein Ruhepol, die gute Laune und die tiefste Depression. Undurchschaubar, heute der Teufel höchst persönlich und morgen immer noch der Teufel, aber als Britney Spears verkleidet.”

    Was für eine selbstverliebte Narzissten du doch bist 😉

    1. *Narzisstin! Wenn du mir schon einen Stempel aufdrücken möchtest, dann tu das doch nächstes Mal nicht Anonym und in korrekter Rechtschreibung. Ich meine, 97% deines Kommentars kommen von mir, du hattest nur 3% und selbst die hast du verkackt.

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