Zunächst mal muss ich sagen, dass ich meinen Hut vor jedem Fotografen ziehe, der keine Angst vor meinen Hunden hat. Wir bewegen uns fernab von niedlichen Hunde Shootings. Wer sonst nicht viel mit Hunden zu tun hat, hat meist erst mal Angst. Vor Allem vor Buri, aber auch vor Ilva. Wölfe sind schließlich gefährlich und Dobermänner sowieso. Bei Putin bin ich mir noch nicht sicher, bisher fanden ihn eigentlich alle ganz niedlich. Gestern habe ich mich mit der wunderbaren Kaddie von @whimsicalpaws getroffen, um den Wahnsinn auf ein paar Bildern einzufangen. Als Location haben wir uns für ein Steilufer entschieden, weil es dort einfach super schön ist und trotzdem wenig Verkehr herrscht. Das ist wichtig, denn ansonsten habe ich ein mittelschweres Problem, was sehr groß wird, wenn Ilva ihre Jungs losschickt und eine Kneipenschlägerei anzettelt, weil 1km weiter ein Hund an einem (ihrem!!!!) Baum schnüffelt. So weit sind wir noch nicht.

So zogen wir also los und begaben uns auf die Suche nach einer Treppe, die uns sicher runter zum Wasser führen würde. Da die Treppe entweder irgendwo da vorne oder irgendwo da hinten war, beschlossen wir die Steilküste runter zu klettern.

Ich habe Höhenangst, drei wahnsinnige Hunde, spitze Steine und ein durch den Regen noch unsicherer Halt. Aber Kaddie war zuversichtlich und hatte irgendwie einen Plan. Und ich fand es auch ganz cool, face your fears und so. Wir banden Buri oben an einem Baum fest um ihn später alleine runter zu schicken, er läuft wenigstens nicht weg und kriegt das hin. Kaddie nahm Ilva mit nach unten zu einem Baum, um dort eine Schleppleine zu befestigen, an der dann Putin runter laufen könnte. Während ich irgendwo am Hang klebte und beteuerte, dass ich vielleicht gleich sterben würde. Ich suchte nach irgendetwas an dem ich mich festhalten konnte. Denn Kaddie brachte mir die Leine, an der ich dann Putin befestigen konnte. Somit musste ich nur noch mich selber heil runter kriegen und der Kuschelklotz konnte ohne mein Leben auf dem Gewissen zu haben, hinunter laufen. Überraschenderweise haben wir es alle irgendwie geschafft. Kaddies Plan hat funktioniert. Auch der Rückweg sollte der selbe sein, denn wer runter kommt, der schafft es auch wieder hoch. Kaddi nahm Ilva mit hoch und ich wartete mit Putin und Buri, um Buri dann alleine zu Kaddi hochzuschicken. Leider blieb Buri nicht so brav sitzen, wie ich es geplant hatte und rannte los, während Kaddie gerade auf halber Höhe war. Nichts ist passiert, aber ich habe jetzt bestimmt ein graues Haar. Auch unsere Zuschauer schlugen kurze ihre Hände vors Gesicht, als der Dobermann drohte das zierliche Wesen die Küste hinunter zu stürzen.

Ganz ehrlich: Wir sind quasi die deutsche Version von Jackass. Kaddie – O und Elena Margera.

Fast oben angekommen, schickte ich Buri zu Kaddie. Dort wartete sie mit Buri und Ilva und ich kam mit Putin nach, bis zu einem Punkt, als mich meine Höhenangst einholte und ich schon wieder dachte, ich würde sterben. Doch ich hatte die grandiose Idee, Putin einen Meter weiter zu Kaddie zu schicken, damit ich alleine (sterben) weiterklettern konnte. Dumm nur, dass er sich nicht schicken lässt und gar keinen Bock mehr auf diese outdoor experience hatte. Noch dümmer, dass ich ihn wie sailor moon ihren Mondstein, losgelassen habe und er nicht hektisch, aber sicher, den Berg hochging und zielstrebig wegtingelte. Wie so eine arme Irre hing ich am Abhang, während mein Akitababy loszog um die Welt zu erkunden. Ich danke Gott dafür, dass Kaddie besser klettern kann, als ich und die Verfolgung aufnahm. Ich hing dort und starrte Buri und Ilva an – sie waren ein paar Meter weiter an einer Wurzel befestigt. Ich musste auch ein bisschen hysterisch lachen und dachte naja, zum Glück arbeite ich im Tierheim, falls ihn jemand dort abgibt, haben die Kollegen was zu lachen. Doch so weit musste es nicht kommen. Ich schaltete in den schwarze Witwe Modus und krabbelte das restliche Stück hinauf. Buri und Ilva ließ ich zurück.

Sorry Leute, aber erst Mal rette ich meinen eigenen Dreizack Arsch und fange den Akita ein. Die beiden hatten einen sicheren Stand und einen wunderbaren Ausblick.

Oben angekommen sah ich weder Kaddie, noch Putin. Es war still, bis Ilva und Buri sich befreiten und meine Terroreinheit direkt auf mich zugestürmt kam. Sehr gut, so musste ich sie nicht mehr abholen. Ich liebe diese Köter einfach. Wie haben sie es bitte geschafft, die scheiß Baumwurzel rauszureißen?Gemeinsam mit den beiden Höllenhunden spazierte ich los und fragte Passanten, ob sie einen Hund gesehen hätten, der aussieht wie eine Kuh. Fast alle hatten ihn gesehen und sagten, er würde irgendwo da vorne rumspazieren. Wunderbar, dachte ich. Wenigstens ist der Nette abgehauen und nicht Ilva oder so. Wenige Momente später kam mir Kaddie mit Putin entgegen. Verfluchter Jesus, was war ich froh. Sie musste ihm ein ganzes Stück hinterher gehen und erst als sie “Cosmo” rief, hat er gemerkt, dass sein bummeliger Ausflug von einer kleinen Frau begleitet wurde.

Jaja, Cosmo, der Wahnsinn hat halt einen Namen.

Wir machten uns auf den Weg zum Parkplatz. Langsam aber sicher dämmerte uns, dass wir beide auf einem Bezahlparkplatz standen und beide eigentlich kein Bargeld dabei hatten. Also eigentlich bedeutet, dass wir insgesamt so ca. vier Euro hatten. Das nächste Drama bahnte sich an, während wir noch siegessicher daran glaubten, irgendwo genug Geld zu finden. Wenig später fanden wir uns in den tiefsten Tiefen unserer Autos wieder, um die letzten 30 Cent zusammen zu kratzen, die wir dann wiederum wechseln mussten, weil der Automat keine 5 Cent Stücke akzeptierte. Doch auch diese Aufgabe haben wir bewältigt. In meinem vollständig gepackten Clownsauto trat ich die Heimreise an, vorbildlich hielt ich mein Parkticket vor den Scanner, doch die Schranke ging nicht auf.

„Bitte nachzahlen“ -haha f#*+ dich doch, am liebsten hätte ich die ganze Schranke laut lachend einfach überfahren, aber da ich bisher keinen Defender geklaut habe, der das könnte, würde mein Auto am Ende leider schwerer beschädigt sein, als die Schranke. Verf*#.@te Schranke.

Gott sei Dank war Kaddie hinter mir und wir suchten gemeinsam nach Hilfe. Wir parkten genau gleich lang und nur mein Ticket verlangte eine Nachzahlung, also fragten wir eine sehr, sehr, sehr nette Dame was wir nun tun sollen, da wir leider keinen Euro mehr dabei hatten und selbst dann, würden uns noch zwanzig Cent fehlen. Ich muss gerade ganz laut lachen. Mein Leben scheitert an 1,20€. Ja, fast hätte ich für immer auf dem Parkplatz bleiben müssen, mit meinem geliebten Clownsauto und den Bestien. Vielleicht wäre irgendwann ein Prinz mit einem sehr großen Auto vorbei gekommen, der die Schranke zerstört hätte. Denn eigentlich wäre mir das noch lieber, als die 1,20. Das Parkscheinautomatensystem hatte seine Chance, ich habe bezahlt und wollte gehen und wer sich mit dem Teufel anlegt, der muss eben am Ende auch den Preis dafür bezahlen. Naja, zum Glück konnte die nette Dame uns helfen, die Schranke ist heil, Putin liegt neben mir (ich liege natürlich auf dem Boden, da ich eigentlich Yoga machen wollte, aber dann kam dieser Artikel…) und wir haben es alle heil überstanden. Der Oskar für die beste Fotografin, auch für Spezialisten Hunde + Halter, geht definitiv an Kaddie! Danke!

Ich freue mich schon auf unser nächstes Abenteuer.

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