Im Monat April ist das Thema der miDoggy Blogparade “Frühjahrsputz – So bleibt die Wohnung auch mit Hund sauber”. Denn eines bringen unsere Hunde wohl alle mit, egal ob klein oder groß, Rassehund oder nicht, höflich oder ungezogen – Dreck. Ich bin mir nicht sicher, ob die Wohnung mit Hund überhaupt sauber bleiben kann. Es liegt eben nicht in der Natur des Hundes, die Wohnung sauber zu halten. Und in meiner auch nicht. Vielleicht sind ja einige unter euch, die das hinbekommen. Oder man hat einfach sehr kleine, kurzhaarige Hunde die nichts von draußen hereinschleppen. Aber den meisten Hundehaltern geht es wohl eher wie mir. Wir müssen dem Dreck den Kampf ansagen.

Genau wie alle Eltern von Zwillingen wohl mindestens einmal gesagt haben, bevor es soweit war: „Ach, ob eins oder zwei, das ist doch gar kein großer Unterschied!“, so sagt jeder Mehrhundehalter wohl vorher gerne „Einer mehr ist jetzt auch egal“. Bis er dann merkt, dass doppelt so viele Hunde auch doppelt so viel Dreck produzieren. In diesem Fall ist doppelt so viel nämlich eine ganze Menge: Doppelt so viele Hundebetten, doppelt so viele Decken und nasse Handtücher, doppelt so viel Sand auf dem Parkett und doppelt so viele Hundehaare überall.

Den Feind identifizieren

Es gibt wohl zwei große Gruppen, die man einfach definieren kann: Dreck und Haare. Ich habe lange überlegt welchen ich schlimmer finde. Ist es der Dreck, zum Beispiel der Sand, den der Hund nach einem ausgiebigen Strandspaziergang gerne noch tagelang im Fell mit sich herumträgt und überall verteilt? Oder die nassen Pfotenabdrücke, die einem nach einiger Zeit schon langsam egal werden? Leider sind es bei mir aber die Haare. Denn die kann man einfach nicht vermeiden. Sie sind überall. Hunde kann man zwar waschen und abtrocknen, aber die Haare wird man nicht los. Und wenn sie erst in der Waschmaschine angekommen sind und sich der Kreislauf schließt, ist alles vorbei.

Die richtige Technik mit dem richtigen Equipment

Natürlich habe ich die selben Tipps auf Lager wie die meisten anderen Hundebesitzer. Essig gegen Pipipfützen, Hundedecken öfter waschen gegen Gestank oder gerne auch einfach mal wegwerfen, wenn nichts mehr hilft, die Waschmaschine mit Reiniger im Leerlauf starten und ab und an den Staubsauger in die Trommel halten um einige lose Haare zu erwischen.Was mir auch extrem geholfen hat um Haare loszuwerden, ist der Tipp mit dem Gummihandschuh. Einfach anziehen und über Polster und Betten streichen. Durch die Oberfläche bleiben die Haare sehr gut daran hängen. Inzwischen gibt es auch extra Tierhaarbürsten mit Gummiborsten, die ich sehr ins Herz geschlossen habe.

Die hilfreichsten Ratschläge sind aber ehrlich gesagt immer die, die nichts mit putzen zu tun haben: Am besten die eigene Kleidung in der Farbe des Hundes kaufen und sich einfach damit abfinden. Fusselbürsten dabei haben. Ansonsten die Haare einfach selbstbewusst ignorieren. Alles möglichst so anschaffen, dass es leicht zu reinigen ist. Ich empfehle inzwischen nur noch Kunstlederbetten die man einfach abwischen kann. Ich habe ein sehr bequemes, tolles Bett für Zazou, an dem die Haare leider dermaßen kleben bleiben, dass man inzwischen das Bett nicht mehr sieht: Leider nicht alltagstauglich.

Das Auto

Eine Problemzone, die sich leider sehr schwer eindämmen lässt, wenn man sehr viel unterwegs ist, ist das Auto. Vor allem, wenn nicht immer alle Hunde in den Kofferraum passen. Sonst könnte man die Sauerei wenigstens auf den hinteren Autobereich reduzieren. Mein Kofferraum ist mit den praktischen Badematten von Ikea ausgelegt, die saugen die grobe Feuchtigkeit direkt ab. Man kann sie aber leider nicht unendlich lange im Auto liegen lassen, sonst schimmelt irgendwann alles fröhlich vor sich hin. Am besten also zwei Sätze Badematten haben, um die anderen zwischendurch trocknen zu lassen. Unter eben diesen Badematten liegt seit neuestem eine harte Silikonschale, die ich gegen den provisorischen blauen Sack getauscht habe. Ich musste sie wegen des Australien-Shepherd-Kotze-Debakels hinzufügen, nachdem ich meine komplette Kofferraumausstattung inklusive Abdeckung des Reservereifens in die Tonne kloppen konnte. Wer die amüsante Geschichte noch nicht gelesen hat: Hier könnt ihr das nachholen.

Auch Kunstlederbezüge für den vorderen Bereich kann ich jedem wärmstens empfehlen, der schon mal mehrere Stunden versucht hat, Stockhaar, dass sich im Polyester verhakt hat, von den Sitzen zu saugen. Das geht nämlich nicht. Am besten klappt’s da noch, wenn man es mit einer Gummibürste lockert und dann mit dem passenden Aufsatz absaugt.

Das Auto bedarf also je nach Nutzung sehr viel Pflege, da es sonst im Dreck erstickt und man irgendwann keine Freunde mehr hat, da sie im Auto womöglich den Geruchstod gestorben sind. Ich rieche das inzwischen ja gar nicht mehr, es sei denn, meine Hunde haben sich in irgendeiner Form von Kot gewälzt und ich muss wieder mit aus dem Fenster gestreckten Kopf und hyperventilierend nach Hause navigieren.. Aber auch so ein triefnasser-Labrador-Geruch mit Hundefurz gemischt hält sich doch extrem lange in den Sitzpolstern. Man sollte allerdings nicht den Fehler machen und versuchen das ganze mit chemischen Duftbäumen zu kaschieren. Meiner Erfahrung nach macht es das nur noch schlimmer. Kaffee ist mein einziger Verbündeter.

Das Bett

Ich möchte, um Gottes willen, hier keine Diskussion anzetteln ob Hunde ins Bett gehören oder nicht. Aber das Thema hat einen Aspekt, der viel zu selten mit einfließt: Hunde sind schmutzige Zeitgenossen. Ich bin inzwischen froh einen weißen Hund zu haben, denn da sieht man wenigstens, was Sache ist. Einige mögen sich ja mit einem Sand-Blätter-Peeling im Bett angefreundet haben und jeden Morgen wohlig mit einem Mund voll Haare aufwachen, aber ich kann das nicht so gut. Nicht, das meine Hunde nicht mit ins Bett dürften. Ich muss es nur jedes mal bevor ich mich hineinlege und gerne auch zwischendurch manisch abfegen und dabei Fluchen und in schlechten Zeiten zwei Mal die Woche neu beziehen. Was tut man nicht alles für die Bindung und den (eigenen) Kuschelbedarf. Außerdem raste ich regelmäßig aus und scheuche alle Hunde weg, nur um sie dann wenig später wieder hinein zu lassen. Konsequenz ist hier das Zauberwort.

Die richtige Einstellung

Als Hundehalter sollte man sich lieber früher als später mit dem Dreck anfreunden. Man kann sich mit ihm verbünden, anstatt gegen ihn zu arbeiten. Das erleichtert das Leben erheblich. Ich habe inzwischen einige Hundebesitzer kennen gelernt, die es ihrem Hund nicht “erlauben” sich schmutzig zu machen. Wie schade, denke ich mir immer wieder. Es macht ihnen doch so viel Spaß. Und es macht mir Spaß, ihnen dabei zuzusehen. Ich halte es außerdem, als langjähriger Dogwalker, für völlig unmöglich, mit einem möglicherweise noch hellen, langhaarigen Hund in der Natur spazieren zu gehen, ihn nicht schmutzig zu machen und ihm trotzdem einen schönen Ausflug zu ermöglichen. Vor allem in Norddeutschland. Der Hund ist doch schon schwarz von unten wenn er nur vor die Tür geht.

Nehmt’s mit Humor. So sind sie halt, die Vierbeiner.

Außerdem habe ich tatsächlich absichtlich kurzhaarige Hunde. Das habe ich letztens auch einer meiner Dogwalker-Kundinnen eröffnet, die mich fragte, ob meine Hunde nach einem Spaziergang mit mir auch immer aussehen wie ihrer. Aber eigentlich sind die selten so richtig verschlammt, es sei denn wir waren im Watt. Meine Hunde haben kurzes Fell und da trocknet der Dreck schnell und fällt eben oft schon im Auto ab. Da muss man dann nur noch das Auto saubermachen, und das kann man ja immer schön auf später verschieben. Außerdem halten sich keine Feuchtigkeit oder gerne auch mal Gestrüpp in unentwirrbarem Unterfell. Es gibt ja Hunde die ganze Vogelnester mit sich herumtragen und keiner merkt’s wegen der dicken schwarzen Unterwolle. Neulich hat mir jedoch eine Halterin eines Hundes mit langem Fell gesagt, ihr wären die kurzen Haare viel zu pieksig, denn man bekommt sie so schlecht aus den Klamotten und Polstern – das stimmt. Anscheinend hakt langes Fell sich nicht so fest und man kann es einfach absaugen. Kann das jemand bestätigen? Ich bin neugierig, es hat ja jeder so seine eigenen Weisheiten.

Übrigens: Eines der besten Dinge, die ich mir je gekauft habe, ist der Hundebademantel. Ich hasse es, widerspenstige Hunde abzutrocknen. Bademantel an und fertig, gerne auch schon im Auto. Das hilft auch bei der Erkältungsvorsorge und gegen die Gefahr einer Wasserrute durch Unterkühlung. Ich habe bisher nur die günstige Variante und bin schon zufrieden. Sie funktionieren sogar obwohl Zazou sie inzwischen großzügig angekaut hat.

9 Replies to “Dem Dreck den Kampf ansagen – Hundehalterstyle

  1. Hallo Marie!
    Schön, dass deine Hunde sich so richtig dreckig machen dürfen. Wir halten das genauso. Hanni hat aber auch seeehr unkompliziertes Fell, mit Wasser abspülen hat bisher immer gereicht. Wenn sie sich Parfum auflegt, stinkt sie halt a bisserl vor sich hin…aber damit kommen wir klar. Bei der Hundeauswahl habe ich daran eigentlich gar nicht gedacht und bin glücklich, dass ihre Fellpflege so einfach ist. Und ja, ich habe mich mit dem Dreck angefreundet. Verbringe lieber Zeit mit meinem Hund, als die Wohnung so penibel sauber zu halten, wie das mal der Fall war. 🙂
    Lieben Gruß, Jule

  2. Was für ein schöner Beitrag!

    Bei uns ist es auch so, dass wir uns mit dem Dreck arrangiert haben – in der Autobox eine Unterlage für die Hunde, die Feuchtigkeit aufnimmt, im Flur zu Hause eine Schmutzfangmatte… und von irgendwas will ja auch der Hersteller von Staubsaugerbeuteln leben, also unterstützen wir ihn großzügig. 😉 Die Hunde dürfen sich auf jeden Fall weiterhin einsauen beim Spaziergang.

    Dass die Haare von Langhaarhunden sich allerdings nicht so festsetzen und sich einfacher abwischen/wegsaugen lassen, kann ich aus dem direkten Vergleich bestätigen: die Haare meiner beiden eigenen Hunde (Langhaar aus Unterwolle und Deckhaar) sind zwar zahlreich, aber leicht zu entfernen – die Haare des Pflegehundes (pieksiges Kurzhaar) dagegen hängen hartnäckig ü.b.e.r.a.l.l. – selbst, wenn der Hund nur kurz auf dem Autositz gesessen hat und seitdem schon zweimal geputzt wurde. Nunja, ich mag den Knaben trotzdem. 😀

    1. Schön, wenn die Hunde noch Hunde sein dürfen!
      Und das mit den Haaren ist ja wirklich interessant. Dann muss ich mich wohl doch mal bei den Langhaarrassen umsehen… kann man sowas wohl auch nachträglich per Genbehandlung ändern.. Umtauschen geht bei Tierschutzhunden ja immer so schlecht ;D 😀

  3. 😄 ich halte es umgekehrt und tue grundsätzlich so, als sei mein schwarzer Hund nach einem Spaziergang durch den Wald genauso sauber wie vorher. Zum Glück ist er zu gross um sich ernsthaft durchs Unterholz zu schlagen…. für gedüngte Felder reichts leider noch 😉 Und zu den Haaren kann ich nur sagen: Zum Glück mag ich Schwarz 😉

  4. Man arrangiert sich damit. Der Staubsauger kommt 2-3 mal die Woche zum Einsatz (vorrangig, wenn die ersten Wollmäuse durchs Wohnzimmer huschen). Meist reicht das. Die letzten Kilometer unserer täglichen Runde gehen über gepflasterte Wege, da fällt der meiste Dreck ab. Bei Regenwetter wir der Hund im Flur abgetrocknet, dann ist auch schon das meiste raus. Der Rest verteilt sich in der Wohnung und wird beim nächsten Staubsaugereinsatz eliminiert. Dei Couch haben wir mit Spannbettlaken “verschönert”, die können schnell mal gewaschen werden. Ansonsten sind in Wohnzimmer, Flur und Schlafzimmer Liegeplätze von Vetbed ausgelegt. Diese halten schon viele Haare auf. Die Dyson-Turbinendüse ist hier die Allzweckwaffe. Die holt ales raus. Der Dyson war schon eine gute Anschaffung, vor allem, da er keine Beutel braucht. Aber fürs zwischendurch denken wir über einen Akkusauger nach. Der ist leichter und wird dann (so unsere Wunschvorstellung) öfter eingesetzt. Hier gibt es schon einen klaren Favoriten und der fängt nicht mit “D” an. Ansonsten muss man sehen, dass man vor dem Verlassen des Hauses schnell noch mal an sich runter schaut: “Keine Hundeschnodder an der Hose? Alle Haare abgeschüttelt?”. Man wird als Hundebesitzer aber echt gelassen im Umgang mit Schmutz. 😉

  5. Sehr schöner Beitrag! Ich finds auch super, dass deine Hunde sich schmutzig machen dürfen und nicht angemeckert werde, sobald sie es tun. Ich habe auch eine Freundin, die ihren Hunden bei jedem Spaziergang verbietet, in den Dreck zu gehen. Hunde sind Hunde und das sollte man sich auch bewusst machen, bevor man sie zu sich in die Wohnung holt. Wie du beschrieben hast, gibt es tolle Möglichkeiten, um den Schmutz den Kampf anzusagen und wenn man diese Tipps beherzigt, sollte es auch kein Problem sein damit umzugehen. Den Hundebademantel hab ich für meinen Carlos übrigens auch gekauft und finde ihn genauso super! Und Carlos sieht damit auch einfach noch mega süß aus!
    Liebe Grüße an dich und deine Fellnasen
    Lisa

  6. Tja so als alternder Ex Gruftie wird meine Kleidung langsam heller… nicht weil ich schwarz plötzlich nicht mehr toll finden würde… aber dieser Hund… wieso hab ich eigentlich nen cremefarbenen Köter, der so haart als gäbe es keinen nächsten fellwechsel

    Aber mittlerweile.. ich hab nen Staubsauger Roboter und mehr Toleranz… nur Auto putzen hasse ich eh… und das nervt mich wirklich

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